Verlobung und Polterabend

Verliebt, verlobt, verheiratet

Bereits vor der Hochzeit kann beim Polterabend oder Junggesellenabschied ausgiebig gefeiert werden.

Wer denkt, dass die Verlobung ein alter Zopf ist, der irrt. Insbesondere junge Paare in Berlin, Brandenburg und Potsdam gehen diesen Schritt auch heute noch und versprechen einander, in absehbarer Zeit zu heiraten. Und genau das ist die Verlobung: ein Eheversprechen, das sich zwei verliebte Menschen geben, wenn sie sicher sind, dass der jeweils andere der Richtige für ein gemeinsames Leben ist. Entsprechend der Tradition fragt meist der Mann seine Liebste, ob sie ihn heiraten möchte. Antwortet sie mit „Ja“, ist das Paar verlobt. Mittlerweile ist es auch nicht mehr unüblich, dass emanzipierte Frauen das Zepter in die Hand nehmen und die Frage stellen. Außerdem entsteht der Status der Verlobung automatisch, wenn sich die Heiratswilligen beim Standesamt zur Trauung anmelden.

In früheren Zeiten war eine Verlobung bindend und durfte nicht einfach aufgelöst werden. Derjenige, der sie beenden wollte, war per Gesetz verpflichtet, eine Entschädigung zu zahlen. Heute hat dieser Paragraph keine Gültigkeit mehr, und ein Eheversprechen ist vor Gericht auch nicht einklagbar. Allerdings geht die Bedeutung der Verlobung über den rein symbolischen Charakter hinaus, denn die künftigen Brautleute gehen – juristisch gesehen – einen Vertrag ein. Daraus leiten sich Schadensersatzansprüche ab, etwa wenn die Verlobung ohne wichtigen Grund einseitig beendet wird. Dann kann sich der „verlassene“ Partner bereits getätigte Ausgaben zur Vorbereitung der Hochzeitsfeierlichkeiten erstatten lassen, genauso wie auch derjenige Schadensersatz leisten muss, der durch sein Verschulden die Aufhebung der Verlobung verursacht hat. Darüber hinaus haben Verlobte ein Zeugnisverweigerungsrecht, das heißt, sie müssen in einem Gerichtsprozess nicht gegeneinander aussagen.

Natürlich möchten Verliebte nicht vordergründig an juristische Angelegenheiten denken, sondern die künftige Zweisamkeit genießen – und feiern. Ob Sie die Verlobung bei einem romantischen Candle-Light-Dinner begehen, mit einem Wellnesswochenende samt Verwöhnbehandlungen abrunden oder liebe Freunde zu einem ausgelassenen Fest einladen, bleibt ganz allein Ihnen überlassen. Hier gibt es weder Vorschriften noch Regeln; allerdings ist das Verschenken eines Verlobungsringes üblich. Viele Gastronomen und Hoteliers von Berlin, Brandenburg und Potsdam bieten zudem für die stimmungsvolle Ausgestaltung des Heiratsantrages spezielle Arrangements an.


Bild: A. Butter

Bild: A. Butter

Lautes Poltern vertreibt böse Geister, und Scherben bringen Glück

Ein weiterer Anlass zum Feiern ist der Polterabend. Der Überlieferung nach sollte das Brautpaar am Vorabend der Trauung mit guten Wünschen in die Hochzeit und ins Eheleben geschickt werden. Dafür warfen die Gäste am Haus der Braut oder deren Eltern mitgebrachte Tassen, Teller, Schüsseln und Kannen auf den Boden: Zum einen sollte das laute Zerbersten des Geschirrs böse Geister und Dämonen fernhalten, zum anderen bringen nach einem alten Glauben Scherben Glück. Allerdings nur solche aus Porzellan oder Steingut. Gläser und Spiegel jedoch dürften auf gar keinen Fall zerschlagen werden, denn diese Scherben verheißen Pech.

Zum Ende der Feier oder am nächsten Morgen muss das Paar gemeinsam den Scherbenhaufen zusammenkehren und entsorgen.
Während sich der Brauch des Porzellanwerfens bis heute gehalten hat, haben sich andere Gepflogenheiten rund um den Polterabend geändert. So wird er bereits einige Zeit vor dem Hochzeitstermin gefeiert, damit das Paar an seinem großen Tag frisch und ausgeruht ist. Außerdem wählen die meisten mittlerweile eine Gaststätte, ein Vereinsheim oder einen Festsaal – und davon gibt es in Berlin, Brandenburg und Potsdam reichlich.
Der Polterabend ist eine lockere und fröhliche Party, zu der keine formellen Einladungen verschickt werden müssen und die ebenso wenig eine „feine“ Kleiderordnung vorsieht. Vielmehr ist sie die Gelegenheit, mit all jenen den Abschied vom Single-Dasein „zu begießen“, die man nicht alle zur Hochzeitsfeier einladen kann: Arbeitskollegen, Nachbarn, Sportkameraden, Bekannte. Es genügt, den Termin für den Polterabend bekannt zu geben und für Tanzmusik, Getränke sowie Speisen zu sorgen, wobei bei einem Polterabend üblicherweise einfache und schnelle Gerichte auf dem Speiseplan stehen.

Die meisten Poltergäste bringen ein Geschenk, eine kleine Aufmerksamkeit oder etwas Selbstgemachtes fürs Büfett mit und bereiten Spiele, Sketche oder andere Einlagen zur Unterhaltung aller vor, sodass der Polterabend verspricht, eine lustige Nacht zu werden.


Junggesellenabschied / Junggesellinnenabschied

Eine Alternative zum Polterabend ist der traditionelle Junggesellenabschied, der heutzutage allerdings nicht mehr nur dem Bräutigam vorbehalten ist, um das Ende des Singlelebens ausgelassen zu begehen. Der Junggesellen(innen)abschied verläuft genauso ungezwungen wie der Polterabend – mit dem Unterschied, dass Männer und Frauen getrennt voneinander etwas unternehmen. Der Bräutigam wird meist von seinen Kumpels zu Hause abgeholt, um mit ihnen von Kneipe zu Kneipe zu ziehen. Ein beliebtes Ritual ist es, das gleiche T-Shirt mit einem witzigen Slogan oder ein Kostüm zu tragen. Oftmals muss der Bräutigam auf dem Weg durch die Stadt verschiedene spaßige Aufgaben lösen oder aus einem kleinen Bauchladen heraus Dinge an zufällige Passanten verkaufen, um mit dem Erlös in der nächsten Bar eine Runde auszugeben.

Die Braut ist derweil mit ihren Freundinnen unterwegs. Ob die Mädels-Runde sich zu einem Kaffeklatsch zusammenfindet, eine Shopping-Tour veranstaltet oder durch die Diskotheken tingelt, hängt vom Temperament und den Vorlieben der Braut ab. Die Freundinnen können auch ein Kultur- oder Wellnessprogramm auf die Beine stellen, und die Herren der Schöpfung sich zu einem Sportevent verabreden – es muss ja nicht zwangsläufig immer der Alkohol reichlich fließen.


Bild: Pixabay.com

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Polterhochzeit – die ungezwungene Variante

Ein eher neuer Trend, speziell unter jungen Brautleuten, fasst nicht nur in Berlin, Brandenburg und Potsdam allmählich Fuß: die Polterhochzeit. Sie ist eine Kombination aus dem zwanglosen Polterabend und der klassischen Hochzeitsfeier.
Die Polterhochzeit stellt eine verhältnismäßig kostengünstige Variante dar, da quasi zwei Feiern zu einer Party zusammengelegt werden. Ein schöner Nebeneffekt der Kostenersparnis ist, dass man die Gästeliste erweitern kann und sich nicht auf die Familienmitglieder und die engsten Freunde beschränken muss.
Außerdem wird bei einer Polterhochzeit nicht so viel Wert auf Etikette und Form gelegt. Stattdessen geht es unkonventioneller und ausgelassener zu – inklusive Scherbenwerfen.


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